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Modell der individuellen Gruppensozialisation

 

 

Das Modell von Moreland & Levine (1982) unterscheidet zwischen der Suchphase, Sozialisationsphase, Erhaltungsphase, Resozialisationsphase und Erinnerungsphase. Getrennt davon wird zwischen vier Rollenübergängen unterschieden, in denen Veränderungen im gegenseitigen Beziehungsverhältnis zwischen Gruppe und dem einzelnen Mitglied stattfinden: Aufnahme, Akzeptanz, Divergenz und Ausschluss.

Besonders interessant für sozialpsychologische Forschungen ist die Phase der Gruppensozialisation, in der für die Gruppe und den Neuling das jeweilige Akzeptanzkriterium erreicht wird. Akzeptanz kann für beide Parteien nach Moreland & Levine (1989) über drei selbstbezogene und drei fremdbezogene Strategien erreicht werden.

Die drei selbstbezogenen Strategien sind:
(1) Verringerung des eigenen Akzeptanzniveaus,
(2) Veränderung der eigenen Erwartungen und
(3) Veränderung des eigenen Verhaltens so, dass die andere Partei ihre Erwartungen eher erfüllt sieht.

Die fremdbezogenen Strategien bestehen aus:
(1) Verringerung des Akzeptanzniveaus des Partners, indem man den Partner verunsichert bezüglich der Angemessenheit seines Akzeptanzniveaus oder indem man über Machtmittel verfügt (z. B. Informationen, Geld, Status), mit denen das Akzeptanzniveau verringert werden kann,
(2) Veränderung der Partnererwartungen, so dass der Partner nicht mehr erwatet als man selbst zu leisten in der Lage und bereit ist und
(3) Veränderungen des Partnerverhaltens, indem man z. B. Macht auf den Partner ausübt.

Diese Strategien zur Erreichung einer akzeptablen Gruppenmitgliedschaft können sowohl vom Individuum gegenüber der Gruppe wie auch von der Gruppe gegenüber dem Individuum angewandt werden.

Die während der Sozialisationsphase von beiden Seiten gemachten Erfahrungen haben Auswirkungen auf den Einsatz geeigneter Strategien zur Erreichung des gewünschten Akzeptanzniveaus und die Art, wie die Partner zukünftig miteinander umgehen.

Gruppen sind dynamische soziale Gebilde. Sie durchlaufen bestimmte Phasen, so dass eine Person, die einer Gruppe beitritt, diese in einer bestimmten Entwicklungsphase antrifft. Auch wenn davon auszugehen ist, dass verschieden Gruppen (z. B. problemlösungsorientierte Gruppen, Sensivity-Trainingsgruppen oder formale Arbeitsgruppen) recht unterschiedliche Entwicklungsphasen durchmachen, so kann doch meistens ein allgemeines Entwicklungsschema ausgemacht werden.

(Vgl.: Thomas, A. (1992): Grundriß der Sozialpsychologie. Hogrefe, Göttingen. S.75 ff)

weiter zu den fünf Stufen der Gruppenentwicklung

 

Definition Warum bilden sich Gruppen? Gruppenattraktivität
Gruppensozialisation Gruppenentwicklung

© 22.03.01 SR